Als ich Nick im März 2007 kaufte, war er eingefahren. Das heißt, sein Züchter, ein Landwirt aus der Schweiz, ist mit ihm immer in den Wald gefahren, um Holz zu holen. Es war nur ein einfacher Anhänger, den er als Pferdewagen umfunktioniert hatte. Leider habe ich auf die Schnelle kein Foto von damals gefunden, aber falls eines auftauchen sollte, werde ich es nachträglich noch einfügen.
So langsam wollte ich wissen, ob sich Nick eigentlich noch ans fahren erinnern würde, denn bei mir wurde er noch nicht wieder gefahren. Deshalb sprach ich vor kurzem einen Stallkollegen an, einen Profi in Sachen fahren. Ich fragte ihn, ob er Nick denn nicht einmal einspannen würde, damit ich sehen kann, was er noch weiß.


Da sagte er mir, dass er das gerne mache würde, aber nicht "so einfach". Er ist nämlich sehr sicherheitsbewusst und möchte möglichst alle Risiken ausschalten oder wenigstens minimieren. Deshalb nahm er Nick zunächst an die Longe, um ihn ein wenig näher kennenzulernen.
Die erste Longenstunde fand Nick gar nicht toll. Denn an der einfachen Longe sollte er nun mit Laufferzügeln ausgebunden laufen. Und dann stand da auch noch ein Mann in der Mitte, den er nicht kannte und der von ihm verlangte, dass er auf dem Zirkel ging! Nick kannte von mir, dass er an der Longe nur mit Kappzaum und ohne Hilfszügel gearbeitet wird. Ich konnte meinem Pferd richtiggehend ansehen, dass er mich um Hilfe bat, weil er von dieser Art des longierens überfordert war.
Aber diese Einheit dauerte nicht lange, dann wechselten wir zur Doppellonge. Das war schon viel mehr nach Nicks Geschmack. Mit den Leinen an den Beinen hatte er sowieso noch nie Probleme, so auch jetzt nicht. Und auch mit den verschiedenen Kopfteilen und Gebissen, die wir in den nächsten Wochen ausprobierten, hatte er keine Probleme. Egal ob Ringtrense oder Kandare, Nick lief immer recht gut an der Doppellonge.


Dann folgte noch ein wenig "fahren vom Boden", bevor wir für gestern den ersten Termin für eine Kutschfahrt vereinbarten. Hach, wie aufregend! Wie gut, dass das Wetter mitgemacht hatte!


Zunächst dauerte es relativ lange, bis die ganze Ausrüstung auf Nick angepasst war. Und zu allem Überfluss wurde auch noch der Misthaufen nebenan umgesetzt, ein Bagger mit einem Greifer lud den Mist auf einen Wagen und Nick stand nebenan, allerdings blieb er völlig gelassen.


Und dann kam der große Augenblick. Nick wurde an die Kutsche gespannt.


Vielleicht hat er ein bisschen gestaunt, was da jetzt hinter ihm passierte - aber er hat das ganz toll gemacht! Zunächst sind Frau F. und ich neben Nick hergegangen, vor allem, weil die Ausfahrt vom Hof für den Kutscher nicht einsehbar ist und zunächst auf einen vielbefahrenen Radweg führt. Noch bis zur nächsten Wegkreuzung sind wir beide neben Nick hergegangen, aber dann habe nur noch ich "Begleitschutz" gegeben.


Wir sind dann durch den Wald und übers Feld rund um den Hof gefahren. Dies ist eine relativ kurze Strecke, für die keine Straße zu queren ist. Nick legte einen fleißigen Schritt an den Tag, er war noch ein bisschen aufgeregt, aber immer völlig unter der Kontrolle des Fahrers. Sieht er nicht gut aus, so als Kutschpferd? Ich freue mich sehr, dass es so gut geklappt hat!


Nächsten Samstag wollen wir es gleich noch einmal probieren!