Und da unser Stall in seinem 50-km-Radius liegt, war er auch bereit, zu uns zu kommen. Im zentralen Stallgebäude wurde eine Box als Behandlungsraum zweckentfremdet und als alle Werkzeuge, Instrumente und Hilfsmittel aufgebaut waren, konnte es losgehen.
Nick war als Erster an der Reihe. Eine erste Untersuchung ergab, dass er ein gutes Gebiss hat, das eigentlich nicht viel Bearbeitung nötig hat. Allerdings hatte er auch noch einen Wolfszahn. Der hatte mich zwar bisher nicht gestört, aber Dr. S. empfahl mir dennoch, ihn zu entfernen. Einerseits ist die Entfernung meist nicht schwierig, weil ein Wolfszahn nur ein rudimentärer Zahn aus der Entwicklungsgeschichte des Pferdes ist. Wolfszähne sind meistens sehr klein (wie ein menschlicher Eckzahn) und haben kurze Wurzeln. Andererseits liegen sie genau dort wo auch das Trensengebiss aufliegt und stören deshalb häufig.
Also stimmte ich der Entfernung zu, denn dann kann ich in Zukunft von der Zäumung her machen was ich möchte. Dass ich nun zwei Wochen lang kein Gebiss nutzen darf ist auch nicht schlimm, weil ich eh nur gebisslos ausreite..............
So, die Instrumente sind aufgereiht, Nick "schläft" bereits, es kann los gehen:
Die leichte Sedation ist für das Pferd gut verträglich und außerdem ermöglicht sie eine schonende stressarme Behandlung der Zähne. Die folgenden Fotos zeigen nicht Nick, denn während seiner Behandlung musste ich ihm "beistehen"..........
Der Kopf des Pferdes wird so fixiert, dass einerseits eine gute Behandlung möglich ist und dass es andererseits für das Pferd so angenehm wie möglich ist.
Zu guter Letzt kommen dann auch noch die Schneidezähne dran. Weil sie nicht mehr so zum Abbeißen von Gras gebraucht werden, wie das noch beim Wildpferd der Fall war, werden sie häufig zu lang - denn der entsprechende Abrieb fehlt. Dadurch haben die Backenzähne beim Zermahlen des Futters einen zu großen Abstand und zu wenig Kontakt.


