Samstag, 27. Februar 2010

Nickli goes barhuf - erste Zwischenbilanz

Nun ist es drei Monate her, dass Nick keine Eisen mehr unter den Hufen hat. Anfangs war es ein merkwürdiges Gefühl für mich, als Nick so "geräuschlos" unterwegs war. Aber zwischenzeitlich habe ich mich daran gewöhnt, dass Hufeklappern von anderen Pferden stammt, nicht mehr von Nick.

Nicks Hufe vor der Bearbeitung:



Letzten Freitag war wieder einmal die Hufpflegerin da. Sie ist, wie ich auch, begeistert davon, wie gut Nick die Umstellung packt. Die Hufe sehen seit der letzten Bearbeitung vor fünf Wochen wirklich gut aus. Die Hufpflegerin muss gar nicht so viel Hand anlegen. Das liegt wahrscheinlich auch an der Jahreszeit mit dem vielen Schnee. Der hat möglicherweise verhindert, dass die Hufränder ausbrechen. Allerdings ist durch diesen Boden auch etwas zu wenig Hufabrieb, so dass der Tragrand schon ein bisschen zurecht geschnitten werden muss.

Die Hufsohle entwickelt sich recht gut, bei den meisten Hufen ist auch der Strahl absolut gut. Nur bei den Hinterhufen muss ich aufpassen, dass es nicht zur Fäule kommt. Es ist leider nicht zu vermeiden, dass sich feuchte Sägespäne in den Hufen festsetzt. Außerdem kann es vorkommen, dass Nick in die Pferdeäpfel tritt, die er ja normalerweise nur auf den Paddock setzt. Und Mist und Urin sind halt nicht sonderlich gut für die Hufe..........

Nicks Hufe nach der Bearbeitung:



Deshalb habe ich mal den Tipp der Hufpflegerin befolgt und seit einer Woche beträufle ich Nicks Hufe mit effektiven Mikroorganismen, kurz EM genannt. Ich habe mal bei Wikipedia nachgelesen, was diese EM sind und wie sie wirken (sollen):

Der japanische Agrarwissenschaftler Teruo Higa von der Ryukyu Universität auf Okinawa berichtete in den 1970er Jahren, dass eine Kombination von etwa 80 verschiedenen Mikroorganismen in der Lage sei, faulende (aus seiner Sicht lebensfeindliche) organische Substanz so zu beeinflussen, dass daraus ein lebensfördernder Prozess entstehe mit einer zusätzlichen Anreicherung mit Vitaminen, Enzymen und weiteren Wirkstoffen. Seine Mikroorganismenstämme nannte er Effektive Mikroorganismen. Higa befasste sich überwiegend mit Kulturen, die bei der Herstellung von milchsauren Lebensmitteln verwendet werden. Higa lehrte die EM-Technologie an der Universität Ryukyu auf Okinawa, Japan.

Nick genießt das Solarium

Higa erklärt die vielfältigen Wirkungen mit dem Dominanzprinzip: Es gebe drei Gruppen von Mikroben.

  • Positive Mikroben (Aufbauende/regenerative)
  • Negative Mikroben (Abbauende/degenerative)
  • Opportunistische Mikroben (Mitläufer)

Nach Higas Ansicht können die beiden ersten Gruppen dominant sein. Derjenigen dominanten Gruppe, die in der Überzahl ist, folgten die Opportunisten und unterstützen deren Wirkung. Das heißt, ob Fäulnis oder aufbauende Prozesse ablaufen, werde von einer mengenmäßig kleinen Gruppe von Mikroorganismenarten bestimmt. Daher könne man mit relativ kleinen Mengen an zusätzlich zugeführten Mikroorganismen die Prozessrichtung in einem Milieu (Boden, Wasser, Luft, Darm, usw.) festlegen. Da die von Higa genannten Effektiven Mikroorganismen von ihm als dominant regenerativ angesehen werden, könnten mit ihrer Hilfe natürliche Milieus günstig beeinflusst werden.

Ich bin gespannt, ob und wie die EM bei Nick wirken.


Und was war sonst noch los bei uns? Immerhin ist der letzte Eintrag hier im Blog ja auch schon eine Weile her..........

Nick geht es gut, das ist mal die wichtige Nachricht. Er sieht gut aus und macht einen zufriedenen Eindruck. Während andere Pferdebesitzer über "knackige" Pferde im Winter klagen, ist Nick richtiggehend ausgeglichen. Wenn es die Wetterlage zulässt machen wir gerne einen Ausritt. Barhuf ist das ja überhaupt kein Problem. Teilweise lag so viel Schnee und als auch noch die Bachränder gefroren waren, mussten wir über die Brücke reiten, um auf die andere Seite zu kommen. Aber für einen Fribi ist das natürlich kein Problem!

Jetzt ist der Schnee bis auf ein paar kalte Stellen im Wald weg getaut, heute hatten wir sogar eine Vorahnung von Frühling bei Sonne und Temperaturen um 15 Grad. Bestes Wetter zum ausreiten also. Leider konnte ich dies nicht nutzen, denn als ich zum Stall kam, hatte Nick (wie schon gestern) angeschwollene Hinterbeine. Die Fesselköpfe bis fast zu den Sprunggelenken waren dick. Weil ich unsicher war, rief ich beim Tierarzt an. Dort sagte man mir, dies könne eine Stoffwechselstörung aufgrund des plötzlichen waren Wetters sein. Ich solle Nick leicht bewegen und die Beine kühlen. Also sind wir statt auszureiten spazieren gegangen. Und zwar zum Bach. Wegen der Schneeschmelze führt der Bach mehr Wasser als sonst, das war für unsere Zwecke ideal. Ich schickte Nick also ins Wasser und ließ ihn dort eine knappe Viertelstunde stehen bzw. in Kneippmanier ein wenig Wassertreten.

Aber es hat geholfen, als wir wieder im Stall waren, war die Schwellung fast völlig verschwunden. Also war die erste Diagnose aus der TA-Praxis richtig und ich brauchte nichts weiter zu unternehmen. Puh.