Donnerstag, 26. November 2009

Nickli goes barhuf..............

Schon lange trage ich mich mit dem Gedanken, Nick auf barhuf umzustellen. Ich habe mich informiert und bin zu der Überzeugung gekommen, dass Hufeisen für einen gesunden Huf weder nötig noch gesundheitsfördernd sind. Allerdings sagen die meisten, dass in unserer Gegend Eisen nötig seien, weil die Hufe in unserem Gelände bei den meisten Waldwegen (feingeschottert) zu sehr unter Abrieb leiden würden.

Trotzdem wage ich den Schritt. Hier ein paar Gründe, weshalb ich die Umstellung riskieren werde:

"Wenn Dein Pferd wirklich gesunde Hufe hat, braucht es KEINEN Hufschutz. Wildlebende Pferde laufen seit 60 Millionen Jahren täglich 20 - 30 km barfuß in JEDEM Tempo über JEDEN Boden – auch über Geröll und Steine!

Voraussetzung für die Entwicklung solcher Hufe sind genau diese natürlichen Bedingungen: Von Geburt an täglich viele Kilometer Bewegung auf jedem Boden, tägliche „Fußbäder“ an der Tränke und die richtige Ernährung. Bedenke, dass viele Pferde gezwungen werden, große Teile des Tages in ihren eigenen Exkrementen innerhalb eines kleinen Käfigs (Box) zu verbringen, die Ernährung häufig unnatürlich ist und das Pferd sehr oft nur mit weichen Böden in Kontakt kommt.

Vergleiche: Wie weit stimmt der Lebensraum Deines Pferdes mit den natürlichen Bedingungen überein? Wie belastbar sind Deine Fingernägel nach einem mehrstündigen Bad in Ammoniak (Salmiaklösung)?"

Quelle: http://www.gesundehufe.com/

Auf der zitierten Homepage findet man sehr viel Informatives zum Thema barhuf. Für mich stellte sich nun die Frage nach einem geeigneten Hufpfleger. Einige von Nicks Stallnachbarn sind ebenfalls unbeschlagen. Leider nimmt deren Hufpfleger keine neuen Pferde mehr an. Also ging ich auf die Suche - wie gut, dass es heutzutage Internet gibt ;-)

So bin ich dann auch auf die Seite einer Hufpflegerin gestoßen, die quasi in der Nachbarschaft wohnt und nach dem Natural-Hoofcare-Prinzip arbeitet. Letzten Freitag war es dann so weit, sie kam zu uns und Nick hat seitdem keine Eisen mehr. Ich werde die Umstellungsphase (die etwa ein Jahr lang dauern wird, bis sich der Huf von oben nach unten erneuert hat) hier im Blog dokumentieren und bin sehr gespannt, wie das alles verlaufen wird.

Die Fotos in diesem Beitrag zeigen, wie Nick "vorher", wie die Eisen abgenommen und die Hufe bearbeitet werden und wie sie hinterher aussehen. Am schwierigsten war es, die Hufeisen so schonend wie möglich abzunehmen. Im Gegensatz zum Hufschmied, der mit seiner Zange ordentliche Hebelkräfte ansetzt, hat die Hufpflegerin versucht, die Eisen so schonend wie möglich zu entfernen. So sollten z.B. die Nagellöcher nicht unnötig vergrößert werden. Diese Stellen werden, wenn der Huf bis zu diesen Nagellöchern nachgewachsen ist, sicher ausbrechen. Ich habe mich schon darauf eingestellt, dass wir eine Zeitlang recht "fransige" Hufe haben werden.....

Um Nick die Umstellungsphase zu erleichtern, werde ich für die Vorderhufe geeignete Hufschuhe kaufen. Damit ist gewährleistet, dass er ohne Fühligkeit auch auf schwierigen Böden laufen kann. Dies ist mir wichtig, weil er gar nicht erst lernen soll, dass Steine "aua" machen können. Pferde sind ja nicht doof, sie lernen sehr schnell und einmal "angelernt" kann es schwierig sein, die Macken wieder weg zu bekommen.

Es ist jetzt eine knappe Woche her, dass Nick barhuf läuft. Bis jetzt hatten wir noch keine Probleme, es ist nichts ausgerissen und die Hufe sehen noch prima aus. Allerdings habe ich auch nur sehr wenig mit Nick gemacht. So sind wir am Folgetag nur spazieren gegangen, ansonsten wurde Nick nur in der Halle gearbeitet oder er war auf der Koppel (wenn es nicht gerade regnete oder eine Treibjagd ausgerichtet wurde...............).


So, und hier nun weitere Fotos vom Tag der Eisenabnahme und vom Spaziergang am Folgetag (im nachfolgenden Blogbeitrag.......) Fotos können durch anklicken vergrößert werden

Fotos der Barhufumstellung




































Samstag, 21. November 2009

Der Longenkurs


Vor einiger Zeit habe ich mir den "Longenkurs" zugelegt. Das ist ein Trainingsprogramm nach den Grundsätzen der Biomechanik des Pferdes und kann über das Internet als Selbstlernkurs (hier) bezogen werden.

Ich war eigentlich schnell von dem Konzept angetan, zumal ich schon vor Erscheinen dieses Kurses von der Homepage der beiden Autorinnen und deren Wege zum Pferd überzeugt war. Es gibt dort sehr vieles zu entdecken - nicht nur zum Longenkurs. Ich denke, es verstößt nicht gegen das Urheberrecht, wenn ich hier die Lernziele des Kurses aufschreibe - eher ist es eine Werbung.

Damit ein Pferd anatomisch korrekt und gesundheitserhaltend an der Longe (und später auch unter dem Sattel) laufen kann, muss es folgendes lernen:

Drei Basis-Lernziele

Die Hauptlernaufgabe des Pferdes besteht darin, dass es lernen muss
  • sich auf einer Kreislinie zu biegen statt sich hinein fallen zu lassen,
  • die innere Schulter anzuheben und
  • mit der Hinterhand spurig zu laufen
Wenn das Pferd dies kann, entwickeln sich daraus
  • das Loslassen des Halses aus dem Widerrist,
  • Takt und Ungebundenheit der Gänge (Raumgriff),
  • das Loslassen und förderliche Arbeiten der Rückenmuskulatur,
  • die Lastaufnahme durch die Hinterhand und
  • die Losgelassenheit von Körper und Psyche.
Was man in 4 Wochen erreichen kann, wenn man anatomisch korrekt longiert
Wenn das Pferd keine gesundheitlichen Probleme hat, sollte es nach vier Wochen, in denen es mehrmals pro Woche nach diesem Kurs trainiert wird, folgendes an der Longe zeigen:
  • Es sollte taktklar mit weichen, fließenden Bewegungen laufen.
  • Es sollte konstant den Hals und Rücken locker lassen.
  • Es sollte relativ spurig laufen.
  • Es sollte konstant die innere Schulter angehoben halten.
  • Es sollte einen zufriedenen, ausgeglichenen Eindruck bei der Arbeit vermitteln.
  • Es sollte sichtbar beginnen, "gute" Muskulatur zu entwickeln.
  • Es sollte willig und prompt auf die Hilfen reagieren.
Soweit zur Zusammenfassung der Ziele in der Theorie. Ob das alles auch funktioniert?

Dazu muss ich sagen, dass ich den Sommer über viel zu wenig nach dem Longenkurs gearbeitet habe, ich war halt lieber im Gelände unterwegs, als in der Longierhalle zu üben. Aber ich habe mir vorgenommen, jetzt im Winter regelmäßig nach dem Longenkurs zu arbeiten.

Dennoch hat sich Nick auch mit diesen unregelmäßigen und relativ wenigen Einheiten schon sehr positiv entwickelt. Dies bestätigt auch Nicks Reitbeteiligung Julia. Sie merkt es beim reiten, wenn Nick am Tag zuvor an der Longe war, er geht dann viel besser..........

Leider habe ich keine Fotos von der Arbeit selbst, denn longieren und gleichzeitig fotografieren geht nicht. Die Fotos zeigen die genialen Dualgassen, die Nicks Reitbeteiligung Mellie gebastelt hat. Aus alten Schaumstoffmatratzen schnitt sie zwei Meter lange "Stangen", die sie einfach mit blauer und gelber Farbe ansprühte. Diese "Dualgassen" leisten uns gute Dienste, wenn z.B. eine Art innere Bande benötigt wird. Oder auch als Trabstangen lassen sie sich gut verwenden. Und am Ende der Arbeit trägt Nick sie zurück. Er bleibt dann brav so lange stehen, bis ich alle Teile wieder an der Hallenwand verstaut habe!









Und hier zum Schluss noch ein paar Fotos von einem der letzten Tage im September, als der Waschplatz noch "geöffnet" hatte. Auch die Hafidame mit ihrer Tochter wurden hübsch gemacht und Nick posiert mit frisch gewaschenem Langhaar.