Freitag, 23. Oktober 2009

Der Orientierungsritt

Bei uns am Stall gibt es seit drei Jahren einen Orientierungsritt bzw. eine Schnitzeljagd. Immer am 3. Oktober findet das Event statt und bereits im letzten Jahr war ich mit Nick dabei. Im Jahr zuvor, bei der ersten Schnitzeljagd, war Nick noch in der Klinik und man wusste damals noch nicht, ob er die Krankheit überhaupt überleben würde. Aber heute wissen wir ja, dass dies glücklicherweise gelungen ist.......

Mit dem Wetter hatten wir in diesem Jahr auch Glück. Im letzten Jahr war es nasskalt, aber dieses Jahr war es sonnig und warm. Insgesamt gingen ca. 10 Reitergruppen an den Start. In Zweier-, Dreier- oder Vierergruppen versuchten die Teilnehmer, möglichst gut abzuschneiden. Es ging nicht auf Zeit, nur die Punkte, die man unterwegs sammeln konnten, zählten für das Ergebnis.

Zur Feier des Tages habe ich Nick fein heraus geputzt. Sogar die Mähne habe ich eingeflochten – was zu mildem Spott einer Stallkollegin führte. Sie meinte, Nick sähe aus wie ein Mädchen........... Was Nick selbst dazu meinte ist nicht bekannt...........

Unsere Gruppe bestand aus Andrea auf Oros (Achaltekkiner), aus Yvonne auf Fanny (Schwarzwälder Fuchs) und aus mir auf Nick (Freiberger) - also eine sehr gemischte Truppe....... Zunächst bekamen wir am Start eine Plan, der uns den zu reitenden Weg zeigte. Darauf waren auch verschiedene Stationen eingezeichnet, an denen Aufgaben auf uns warteten.

Als letzte Gruppe gingen wir gegen 11 Uhr an den Start. Der erste Kontrollpunkt war bald erreicht und das Helferteam wartete schon mit verschiedenen Fragen auf uns. So mussten wir wissen, wozu ein Hufschmied da ist, welche Bedeutung das Langhaar oder der Behang beim Pferd hat und auch auf diverse Spaßfragen eine Antwort finden. Aber zu dritt konnten wir diese Fragen recht gut beantworten.

Auf dem Weg zum nächsten Kontrollpunkt mussten wir diverse Buchstaben finden, die im Wald versteckt waren. Unsere Adleraugen fanden alle Tafeln und so konnten wir das Wort STRIEGEL zusammen fügen. Gut gelaunt erreichten wir dann die Station 2, wo zwei weitere Aufgaben auf uns warteten. Andrea übernahm es, einen Faden in eine Nadel einzufädeln (Zeit wurde gestoppt). Ich balancierte einen vollen Wasserbecher auf einer vorgegebenen Strecke (wieviel Wasser war am Ende noch im Becher?).

Jetzt mussten wir nur noch zu einer Station, die kurz vor der letzten Straßenquerung eingerichtet war. Hier wartete eine knifflige Aufgabe auf uns: aus Einzelbuchstaben mussten wir Worte bilden, was teilweise ganz schön schwierig war. Aber mit gemeinsamem Brainstorming sind wir auf alle Begriffe gekommen.

Auf dem Hof wartete dann noch ein Parcours auf uns, den wir gemeinsam bewältigen mussten. Die „Hindernisse“ waren nicht zum Springen gedacht, dazu waren sie nicht hoch genug. Aber es galt, z.B. im Stangenfächer möglichst wenig Stangen fallen zu lassen oder im Trapez zu wenden, ohne dass eine Stange berührt würde. Aber das schwierigste Hindernis war das mit den Wasserflaschen. Wir mussten mit Tennisbällen möglichst viele Wasserflaschen „abschießen“, die in einiger Entfernung auf einer Bank aufgereiht standen. Gleich bei meinem ersten Versuch traf ich zwei Flaschen – aber das war's dann auch. Doch die beiden anderen aus unserer Gruppe trafen auch, so dass wir ein ganz gutes Ergebnis haben dürften.

Im Rahmen einer kleinen Hocketse gab es dann noch die Siegerehrung, die mit einer Überraschung für unsere Gruppe endete: wir erreichten den vierten Platz! Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet, denn im Vorjahr lagen wir noch abgeschlagen auf dem vorletzten Platz........... und zu guter Letzt bekamen wir auch noch eine Schleife für's Pferd..........