Donnerstag, 30. Juli 2009

Dialog mit Frau Dr. M.

Inzwischen habe ich auch wieder einmal mit Dr. M. gemailt. Zum Einen wollte ich ihr einfach mitteilen, wie gut Nick inzwischen dasteht und zum Anderen brauchte ich Nachschub vom Magnolythe. Ich habe natürlich die Gelegenheit wahrgenommen und gleich die aktuelle Fütterung Nicks diskutiert. Zu diesem Anlass habe ich ihn „vermessen“. Nick ist ja für einen Freiberger ziemlich groß mit seinem Stockmaß von 165 cm. Dazu kommt ein Bauchumfang von stolzen 201 cm.

Nun bin ich ja der Meinung, dass Nick zwar nicht dünn, aber eben auch noch nicht dick ist. Und so kam mir der Austausch mit Dr. M. genau recht, denn es gibt im Stall hin und wieder Meinungsverschiedenheiten zu den Futtermengen. Hier die Mail:


Hallo Frau Dr. M.,
es ist an der Zeit, dass ich Ihnen wieder einmal von Nick erzähle. Nun ist es fast auf den Tag genau zwei Jahre her, dass die Krankheit mit Fieberschüben begann. Dann folgten ja die vier Monate in der Klinik und im Januar 2008 nahm ich mit Ihnen Kontakt auf. Es hat danach lange gedauert, bis Nick völlig beschwerdefrei war, aber der Aufwand hat sich gelohnt!

Liebe Frau W.,
ja, gelohnt hat es sich wirklich, Nick würde vermutlich nicht mehr leben! Das war alles ziemlich ernst!!!!!

Nick macht heute einen absolut gesunden Eindruck. Er genießt sein Leben (die Koppelführer berichten, dass er inzwischen richtiggehend zeigt, wie sehr er sich auf die Wiese freut…..) und macht auch bei der Arbeit willig mit. Beim Füttern habe ich es bei 500 g Hafer pro Tag belassen, Heu bekommt er quasi so viel er mag (im engmaschigen Heunetz, ca. 12 – 15 kg pro Tag). Ansonsten nur noch Magnolythe und ein paar Möhren. Das Magnoguard hat momentan ausgedient, die Restmenge (ca. 1/3 Eimer) hebe ich mir für Notfälle auf (die hoffentlich nicht so schnell eintreffen……..).

Das wünsche ich Ihnen von Herzen: dass dieses Drittel für immer ungenutzt stehenbleiben kann! Der Rest hört sich wunderbar an! Die Heumenge ist bei der Hafermenge o.k.

Jetzt gibt es Stimmen, Nick würde man zu viel Heu anbieten, das fresse er doch gar nicht (macht aber nichts aus, im Heunetz geht ja nichts kaputt…….), außerdem werde er zu dick. Was meinen Sie dazu? Nick hat inzwischen ein Stockmaß von 165 cm, der Röhrbeinumfang misst 21,5 cm und der Bauchumfang stolze 201 cm (wenn ich alles richtig gemessen habe – ich musste mir mit Ballenschnüren und Knoten helfen und zu Hause nachmessen……..).

Das ist absolut im Rahmen!!!! Keineswegs zu dick!!!!! Stockmaß plus 35cm ist der ideale Brustumfang bei einem Sportler und Nick ist nicht DER Sportler, also der dürfte sogar noch ein paar Zentimeter mehr haben.

Zu dick finde ich Nick (noch) nicht, wenn er frei trabt, zeichnen sich die Rippen unter dem Fell leicht ab.

Das ist die gewünschte Sportlerfigur, siehe oben!

Und richtigen Speck fühle ich auch (noch) nicht. Okay, er ist jetzt nicht mehr mager, aber ich möchte ihm ungern das Heu rationieren. Bis jetzt hatte es für mich Priorität, dass Nick keine größeren Fresspausen hat. Und weil er weiß, dass quasi immer was da ist, macht er sich seine Pausen selbst nach Gutdünken.

Und so lassen wir das bitte!!!! BITTE!!!!!!!!! Der Schreck sitzt mir noch allzusehr in den Gliedern, was haben wir gemailt ;-))))

Was meinen Sie zur Fütterung Nicks? Die Fotos zeigen Nick am letzten Sonntag, außer dem Koppelfoto, das ist zum Vergleich vom letzten Oktober (2008).

2008 war er eindeutig zu dünn!!!!!!!!

Mit besten Grüßen, M.W.

Ihnen auch liebe Grüße und ich habe mich riesig über die Bilder von Nick gefreut! Es geht ihm gut und das genau hat er verdient!
D.M.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Weihnachten im Sommer???

Als ich neulich in den Stall kam, stand Nick mit einem nagelneuen Halfter auf seinem Paddock! Kurz darauf erschien auch Mellie und strahlte wie ein Honigkuchepferd – sie hatte für Nick eingekauft. Nicht nur ein Halfter, sondern auch gleich den passenden Strick sowie eine Fahrpeitsche für den Longenkurs und ein Fliegenspray gegen die lästigen Steckmücken.

Das war wie Weihnachten im Sommer und Nick präsentierte sich wunderbar mit seinem neuen Outfit………..

Überhaupt geht es Nick ganz prima. Er sieht gut aus und es fällt richtig auf, dass es ihm gut geht. Kürzlich sagten mir die Koppelführer, dass sich Nick jeden Tag richtig auf den Gang zur Weide freue, das merke man ihm richtiggehend an, er zeige seine Freude ganz offensichtlich.

Er wird auch hin und wieder aufmüpfig und meint, mit mir diskutieren zu müssen. Dann kommt es darauf an, was der Grund ist. Wenn Nick z.B. nicht weiter gehen will, weil er vor irgendeinem Pferdefresser Angst hat reagiere ich natürlich anders, als wenn er mir sagen will: „Nö, da mag ich jetzt nicht lang gehen, ich drehe lieber um.“ Das geht natürlich überhaupt nicht! Während ich ihn im ersten Fall möglichst ruhig und gelassen davon überzeuge, dass nichts Gefährliches in der Nähe ist und er mir ruhig vertrauen kann lasse ich im zweiten Fall keinen Widerspruch zu und setze notfalls auch etwas mehr Druck ein (sorry, ich bin halt der Boss……).

Sonntag, 12. Juli 2009

Fribitreffen und was sonst noch geschah.......

Wieder sind vier Wochen vergangen, und wieder ist nichts spektakuläres passiert – worüber ich natürlich gar nicht unglücklich bin. Endlich können wir davon reden, dass bei uns ein „normales“ Pferdeleben herrscht.

Wenn es wärmer wird, kommen auch die kleinen fliegenden Biester wieder aus ihren Verstecken und attackieren Ross und Reiter. Das Neemöl-Repellent scheint auch nicht mehr so zu wirken, wie es das anfänglich gemacht hat. Entweder sind die Bremsen inzwischen resistent, oder der Wirkstoff funktioniert nach zwei Jahren (so lange habe ich das Konzentrat schon) nicht mehr richtig. Auf jeden Fall habe ich jetzt einmal eine Baumwollfliegendecke ausprobiert. Allerdings bis jetzt nur auf einem Ausritt, denn danach wurde es kühler und wir hatten keine Bremsenprobleme mehr. Bei diesem Ausritt mit der Fliegendecke gab es auch keine Attacken von Bremsen, so dass ich noch nicht beurteilen kann, ob es eine gute Alternative zu Sprays ist. Das einzige, was ich bemerkt habe war, dass die Decke nach dem Ausritt länger war als vorher – aber behindert hat sie nicht. Vielleicht kann man sie ja noch unter dem Bauch locker verbinden? Mal sehen.

Und dann gab es noch das Fribitreffen, das Silvia so toll organisiert hatte. Zunächst trafen wir uns in Offenhausen, einer Außenstelle des Haupt- und Landgestüts Marbach. Der Gutsbetrieb wurde Ende des 16. Jahrhunderts um ein herzogliches Gestüt für Pferde und Maultiere erweitert, um 1600 war auch eine Großschäferei enthalten. Die Blütezeit des Gestütes in der Maultierzucht sollte unter Herzog Karl Eugen um 1760 liegen, hier befanden sich in Offenhausen bis zu 36 Mutterstuten. Später ging das Gestüt im Haupt- und Landgestüt Marbach auf. Die ehemalige Kirche der Anlage wurde zum Gestütsmuseum umfunktioniert und zeigt auf zwei Ebenen Exponate zur Geschichte der Pferdezucht.

Zunächst besichtigten wir das Gestütsmuseum. Neben allerlei Gegenständen aus dem Pferdealltag gab es dort auch Bilder von einigen bekannten Hengsten Marbachs zu sehen, so z.B. vom berühmten Trakehner Julmond oder dem Araber Hadban Enzahi. Beides quasi Urväter großer Zuchtlinien. Und im Obergeschoss ist momentan eine Ausstellung der Malerin Katharina Rücker-Weininger, die vor allem Tiere malt. Natürlich hat sie auch schon Freiberger portraitiert, darunter auch Kais Aquino. Hier ein Link zur Homepage der Künstlerin: http://www.ruecker-art.de/startd.htm

Nach einem ausgedehnten Mittagessen im Gestütsgasthof, bei dem wir uns auch näher kennen lernten, machten wir noch eine Stippvisite in den Marbacher Hengststallungen, bevor wir dann einen Besuch bei den beiden Junghengsten von Tanja abstatteten. Die Beiden leben in einer Hengstherde bei Grafenberg und wir mussten zunächst eine kleine Wanderung, über einen Bach und vorbei an einer Kuhherde, absolvieren, bis wir die Pferde im Schatten einer Baumgruppe entdeckten.

Hier leben zweijährige Schwarzwälder Füchse, Araber und die beiden Fribis wie im Schlaraffenland für junge Pferde. Eine riesige Weide, dazu ein gepflegter Offenstall – was will das Pferdeherz mehr? Auch als wir mitten in der Herde standen, gab es keinerlei Aufregung unter den Tieren und als die beiden Freiberger auch noch zu ihren Besitzern kamen war deren Glück perfekt. Es sind zwei sehr gelungene Exemplare dieser Rasse und es ist zu hoffen, dass sie sich weiter so gut entwickeln, wie sie das bis jetzt schon getan haben.

Zum Abschluss des Tages genehmigten wir uns noch Kaffee und Kuchen im Gestütsgasthof in Marbach, bevor wir auf dem Rückweg auch noch bei Nick vorbei schauten. Julia, die Reitbeteiligung Nicks, war gerade dabei, ihn für eine Reitstunde zu richten. Bis wir die anderen Fribis in unserem Stall angeschaut hatten, war Julia dann auch auf dem Reitplatz und so konnte ich endlich auch einmal ein paar Fotos von ihr machen. Ich finde, sie kommt mit Nick prima zurecht und ich hoffe, sie hat ebenso viel Freude an ihm, wie ich auch.





Ich mache mit Nick noch immer Übungen des Longenkurses, damit er lernt, anatomisch richtig zu laufen und Muskeln an den richtigen Stellen aufbaut. Beim Longieren verwende ich nur einen Kappzaum und keine weiteren Hilfszügel. Manchmal baue ich auch einige Hilfsmittel in der Longierhalle auf, so z.b. mit Kegeln eine

n Rundkurs, damit Nick die Biegung leichter fällt. Hin und wieder baue ich auch eine Dualgasse mit ein, damit auch Abwechslung in das Longierprogramm kommt.





So lange ich mit dem Aufbau beschäftigt bin, darf sich Nick in der Halle frei bewegen, wobei er sich gerne auch mal wälzt, um hinterher mit einem Bocksprung zu zeigen, wie wohl er sich fühlt..........



Ansonsten mache ich mit ihm gerne Ausritte. So wie heute am frühen Morgen. Ich war schon um 7 Uhr beim Stall – aber Nicks Paddock war leer, er war bereits auf der Koppel. Deshalb habe ich zunächst ausgemistet, um ihm noch ein wenig Grasfrühstück zu gönnen. Dennoch war ich sehr erstaunt, dass er sofort zu mir kam, als ich ihn auf der Koppel rief. Auch auf dem Ausritt war er sehr willig, es gab keinerlei Diskussionen. Nur an der Grillstelle hat Nick gezögert – ob es wegen der gefährlichen Äste war, die dort herumlagen? Ich ließ ihn die angsteinflößenden Äste anschauen und war gespannt, ob er danach um die Grillstelle gehen würde. Und siehe da, fast ohne zu zögern folgte er meinen Hilfen und marschierte zwischen Bank und Feuerstelle und zum Schluss auch noch über die bösen Äste! Ist halt doch ein mutiger Fribi.............. ;-)

Und das schönste zum Schluss, Nick ist gesundheitlich stabil, und das, obwohl ich das Magnoguard für den Magen fast völlig weggelassen habe. Und er sieht richtig gut aus, nicht wahr?