Samstag, 28. März 2009

TK – Nick geht’s doch gut!!!

Ich hatte es ja schon geahnt, dass es Nick gut geht, aber jetzt habe ich es vom Tierarzt meines Vertrauens bestätigt bekommen – und außerdem hat es Nick selbst erzählt ;-)

Aber der Reihe nach. Nick war ja eine Art Versuchskaninchen für verschiedene „Experten“. Vom Schulmediziner über Tierheilpraktiker und Osteopath bis zum Kommunikator war alles vertreten und am Ende hatte ich den Eindruck, dass Nick ernstlich krank sein soll. Doch ich kenne mein Pferd besser als alle Experten und ich war immer überzeugt, dass es Nick zumindest nicht schlecht gehen konnte.

Deshalb wollte ich zunächst noch einmal Nick selbst zu Wort kommen lassen. Nachdem er bereits im letzten Jahr mit einer Tierkommunikatorin „geredet“ hatte, wollte ich wissen, was sie von ihm zur jetzigen Situation hören würde. Und das kam dann heraus:

(TK: schwarz - bei zweiter Antwort rot, Nick: blau, Ich: kursiv grün)


Nick – Protokoll (04.03.2009)

Als ich ihn ansprach, war er fröhlich und gut gelaunt. Er musste lachen: so viele wollen mit ihm kommunizieren! Aber mich kennt er, er weiß es, wer ich bin. Er findet es irgendwie lustig, dass seine Aussagen so viel Interesse geweckt haben. Dann wird er ernster, will mit mir ganz "vernünftig reden". Darüber freue ich mich sehr.

Kann er denn zwischen den unterschiedlichen Menschen, die mit ihm etwas machen, so gut unterscheiden? Vor allem auch die unterschiedlichen „Experten“? Ich denke mal, die Reitbeteiligung kann er da schon eher „erkennen“, die kommt ja auch viel öfters.

Ich denke schon, dass Pferde in der Lage sind ganz genau zu unterscheiden, wer wer ist

So, und das waren meine Fragen:

1. Hast du Angst davor, verlassen oder von jemandem getrennt zu werden?
2. Wenn ja, seit wann? (Anmerkung: Klinik oder Reise aus der Schweiz nach D)

Ich habe Angst ??!!?? Nein. Warum sollte ich Angst haben?

Mein Umzug hierher war nicht einfach, die Sprache ist auch anders. Die Klinik war eine sehr harte Zeit, aber ich wurde da auch nicht allein gelassen. Mein Frauli kam mich fast immer besuchen, sie hatte auch viel Zeit für mich, das hat mich sehr aufgebaut.

Nick ist jetzt 6 Jahre alt (er hatte am Montag Geburtstag!!). Seit zwei Jahren ist er bei mir. Kann er sich da wirklich noch an die Schweiz erinnern? Und an den Umzug? Ist das nicht sehr „menschlich“ gedacht?

Pferde können an alles erinnern, sie vergessen nichts, aber sie können verzeihen (das sagen auch alte "Pferdeleute")

Seitdem weiß ich, dass sie wirklich für mich da ist, dass sie sich um mich kümmert, mich nicht hängen lässt. Darüber bin ich sehr dankbar !

Das ist natürlich schön zu „hören“.......... ;-))


3. Hast du Schmerzen? Oder fühlst du dich krank?

[Ich sehe eine Verspannung rechts hinten an er Kruppe, fängt oben neben der Wirbelsäule an, zieht nach unten. Es ist aber nur eine Verspannung, ein Muskel o.ä. Das lässt ihn nicht so gut untertreten]

Die Osteopathin hat auch schon vor dem Sturz auf der Koppel festgestellt, dass im Lendenwirbelbereich blockierte Wirbel u.ä. vorhanden sind. Sie vermutet, dass Nick durch die lang anhaltenden Schmerzen im Blinddarmbereich eine Schonhaltung eingenommen hat, die dafür verantwortlich ist.

Das stimmt dass ich da etwas verspannt bin. Ich bin mit den Hinterbeinen ausgerutscht, da klemmt es leicht. Aber mein Frauli kennt so eine Frau, die mich knetet, sie soll mich da auch kneten. Ansonsten habe ich keine Schmerzen!

Ich möchte noch erwähnen, dass der Zahnarzt da war. Das ist vielleicht eine blöde Sache, das Maul so weit auf wie es nur geht und dann brummt und rumpelt es im Maul! Das war aber schnell erledigt, ich war tapfer [er lacht...] Mein Frauli fand alles viel schlimmer als ich, aber sie meinte meinetwegen ganz ruhig bleiben zu müssen [lacht weiter..]. Das ist sooo niedlich!!

Die Zahnärztin hat nur ein wenig raspeln müssen, das war also nicht tragisch. Ging manuell und ohne Sedierung.

Er wollte es nur erwähnen, irgendwie war er stolz darauf, dass er es überstanden hat ;)


4. Wie ist für dich die Situation auf der Koppel jetzt? (Anmerkung: Änderung seit 2 Wochen)

Mit der Koppel bin ich sehr zufrieden! Alles ist viel ruhiger, ich habe mehr Ruhe, es ist richtig schön. Da kann ich jetzt nicht meckern, ich genieße es jeden Tag. Vorher wurde ich viel gemobbt, das hat keinen Spaß gemacht.

Nick ist jetzt mit einem anderen Wallach zusammen auf der Koppel. Die beiden kannten sich schon über den Weidezaun, weil Carrero (der Andere), auf der Nachbarkoppel weidet. Sie hatten sich auch schon vorher ein wenig angefreundet, weil Nick ja in „seiner“ Herde immer ein Außenseiter war. Der Koppelführer hat berichtet, dass die beiden bereits anfangen, sich miteinander zu beschäftigen. Zwar noch kein gegenseitiges Fellkraulen, eher so eine Art „Halfterkraulen“ *lach*


5. Warum bist du beim reiten im Gelände so ängstlich geworden?

Ja, das stimmt, die Geländeritte bringen mich sehr leicht aus der Fassung. So genau kann ich den Grund nicht nennen...es ist, wie soll ich es sagen, nicht so sicher dort.

[Ich frage ihn, was da passiert soll, wenn er nicht so sicher ist]

Plötzlich hinter der Kurve kann wieder jemand ganz schnell auf mich zukommen.

[ Ich sehe im Wald eine Linkskurve, der Weg ist leicht matschig, hat Treckerspuren o.ä., viele Fichten, links von der Kurve liegt / lag Holz. Neben dem Weg, auf der linken Seite, geht es ziemlich steil bergab. Diese Stelle meint Nick]

Ganz genau kann ich mir diese Stelle nicht vorstellen. Aber letzten Freitag war eine Situation, die der von Dir genannten nahe kommt. Ich bin mit Nick im Wald geritten, der Weg war matschig von restlichem Eis und Schnee. Auf einem freieren Teil konnte ich sogar antraben, als wir ziemlich weit vorne zwei Personen mit roten Anoraks und zwei schwarzen Hunden sahen. Die beiden meinten es gut und verschwanden im Dickicht. Das war jedoch für Nick total gefährlich. Er hat diese Gefahr noch gespürt, aber nicht mehr gesehen. Deshalb wollte er partout nicht mehr weiter gehen. Er wäre am liebsten umgekehrt, was ich nicht zuließ. Das einzige, was er dann noch machte, war, rückwärts in die Büsche zu gehen – und da ging es eine leichte Böschung hinab (nicht sehr steil). Ich sah keine andere Möglichkeit, als abzusteigen und Nick zu führen.

Später umkreiste uns ein freilaufender Hund, der seiner Besi nicht gehorchte. Der Hund bellte uns immer wieder an, auch da wäre Nick beinahe abgehauen. Ich fand es toll, dass er dennoch stehen blieb!

Und beim gleichen Ausritt waren später zu allem Überfluss auch noch Knallereien zu hören, die Nick nicht so richtig orten konnte. Er wurde wieder ziemlich nervös. Und weil ich (bereits fast in Sichtweite zum Stall) aber noch eine stark befahrene Straße überqueren musste, bin ich lieber abgestiegen und habe ihn heim geführt. Ich war mir nicht sicher, ob er nicht durchgehen würde (was er bisher noch nie gemacht hat – ich denke auch, dass er das nicht lange machen würde – aber sicher ist sicher.........). und beim Führen kann ich ihm halt eine andere Sicherheit vermitteln. Außerdem muss er da immer „arbeiten“ und sich auf mich konzentrieren. Er wird dann etwas von der gefährlichen Außenwelt abgelenkt. ;-)

[Ich frage ihn, ob da schon etwas passiert wäre].

Ja, ein Mofa / Motorrad ist mir schnell entgegen gekommen, ich habe mich sehr erschrocken. Es kann sich jederzeit wiederholen, davor habe ich Angst. Mein Frauli kann es auch nicht wissen, ob da etwas kommt oder nicht. Der Gedanke daran macht mir schon Angst.

Wenn Fahrräder kommen bleibt er in der Regel ziemlich gelassen. Vor allem, wenn er sie rechtzeitig sieht. Aber klar, wenn sie plötzlich auftauchen kann er schon erschrecken.


6. Willst du uns etwas mitteilen?

Liebes Frauli !

Du machst dir wirklich viele Gedanken um mich, aber auch zu viele Sorgen! Mir geht es gut, glaub mir und dir sollte es auch gut gehen. Ich vertraue Dir voll und ganz und ich bin mir völlig sicher, dass Du es immer nur gut mir meinst. Na gut, ab und zu haben wir mal eine Meinungsverschiedenheit, aber diskutieren darf ich doch ? [Augenzwinkern ]

Was ich Dir noch sagen wollte: Der Wechsel mit der Koppel finde ich richtig, richtig gut! Ich bin jetzt völlig entspannt dort, genieße das Wetter!

Hatte ich Dir von dem Wechsel erzählt??

Nein

Ich mag dich sehr, aber das zeige ich Dir auch oft. Ich bin gerne dein Pferd, aber lass nicht so viele Leute an mich ran.

Ich stupse dich ganz lieb...

Schöööööööööön..............

Dein Nick

Also alles in allem hört sich das sehr „glaubwürdig“ an. Wusstest Du von dem, was Nick Dir erzählte, vorher schon? So z.B. vom Zahnarztbesuch oder dem „Weideunfall“?

Nein


Nachdem dieser Beitrag so lang geworden ist, folgt ein separater Bericht über den Besuch des Tierarztes..........

Donnerstag, 19. März 2009

Osteopathie, Ausritte und was sonst noch so los ist.......

Es wird Zeit, dass der Blog wieder einmal aktualisiert wird – bevor noch mehr Klagen kommen! Der letzte Eintrag ist immerhin schon einen Monat her.

Im Januar kam die Osteopathin das erste Mal zu Nick. Bei einer ausführlichen Erstuntersuchung, dem sogenannten Checkup, fand sie allerhand Probleme. Inzwischen liegt mir der schriftliche Bericht vor: so ist der Rücken zu wenig bemuskelt, die Kruppe sinkt rechts in der Bewegung schlecht ab, obwohl Nick ein gutes Untertreten zeigt, allerdings stockt die Bewegung in der Lendenwirbelsäule. Die Hüftgelenke sind auffallend steif, die beiden Kreuzdornbeingelenke sind fest. Darüberhinaus sind diverse Knochen und Wirbel rotiert.

Wenn man sich den Bericht so anschaut, scheint Nick ein halbes Wrack zu sein. Viel Arbeit für die Osteopathin, sie rechnete mit ca. fünf bis sechs Behandlungen. Nick scheint die Termine mit ihr meistens zu genießen – obwohl auch manchmal etwas unangenehme Knetereien dabei sind. Aber meist scheint es ihm doch gut zu tun. Und das beste war, dass bereits nach drei Terminen feststand, dass momentan keine weiteren Behandlungen nötig sind. Erst in einem halben Jahr werde ich mal wieder nachschauen lassen.

Die Behandlungen durch die Tierärztin habe ich auch beendet. Wie erwartet, ergab auch die Untersuchung auf Leberegel keinen Hinweis auf die Ursache der schlechten Leberwerte Nicks. Jetzt werde ich durch ein Kontrollblutbild klären lassen, ob und wie sich die Leber verändert hat. Nachdem das Heparal zur Leberstärkung und das Synbiotix für die Verdauung vollständig gefüttert wurde, bin ich gespannt, ob sich da etwas ins Positive verändert hat. Dies werde ich in Kürze kontrollieren lassen.

Ansonsten arbeiten wir ganz normal mit Nick. Zwar habe ich vorläufig die Trainingsstunden bei Tanja eingestellt, weil das mit der Zeit doch ganz schön ins Geld geht, aber ich versuche, ihre Arbeit mit dem „Longenkurs“ fortzuführen, den ich mir angeschafft habe. Hierbei ist es das Ziel, das Pferd ohne Hilfszügel in korrekter Haltung an der Longe zu trainieren, um es zu gymnastizieren und Muskeln an den richtigen Stellen aufzubauen. Aber noch bin ich da ganz am Anfang, obwohl Tanja auch nach diesen Methoden arbeitet.

Julia, die „neue“ Reitbeteiligung, reitet Nick regelmäßig in der Halle. Sie kennt Nick ja schon, weil sie ihn zur Probe ritt, als ich das erste Mal jemanden suchte. Sie bestätigt, dass Nick in der Zwischenzeit große Fortschritte in der Ausbildung gemacht hat – was mich natürlich sehr freut. Mellie kommt einmal in der Woche, sie macht meist Bodenarbeit mit Nick.

Und ich? Tja, wie gesagt versuche ich mich nun in Sachen „richtiges longieren“. Und sonst gehe ich am liebsten ins Gelände. Das liegt mir einfach mehr, als das reiten auf dem Platz oder in der Halle. Mit Andy habe ich auch eine Reitpartnerin gefunden, die zum einen ebenso gerne ausreitet und deren Pferd zum anderen perfekt zu Nick passt. Oros ist als Achaltekkiner zwar ein Vollblut, aber er hat die gleiche Grundgeschwindigkeit wie Nick, das Kaltblut ;-))

Manchemal schließt sich uns auch noch Caro an. Wir machen dann immer sehr disziplinierte Ausritte, denn unkontrolliertes Gerenne mögen wir alle nicht. Und notfalls bleiben wir auch mal einen ganzen Ausritt lang im Schritt, wenn dies nötig erscheint. Dies kann der Fall sein, wenn die Wege noch rutschig sind oder auch, wenn sich eines der Pferde so aufregt, dass eine schnellere Gangart nur zu Stress führen würde.

Aber ich bin zuversichtlich, dass diese „Spinnereien“ bald wieder nachlassen, wenn die Pferde wieder regelmäßig auf die Weide kommen. Wegen der nassen Böden konnten sie die letzten Wochen kaum mehr rausgelassen werden, erst jetzt geht das langsam wieder. Ich bin schon froh, dass Nick wenigstens einen Paddock hat.

Wir fangen jetzt an, auf unseren Ausritten auch vermehrt in nicht so bekannte Gegenden zu reiten. Da kann dann immer mal wieder etwas unvorhergesehenes auftreten. So wie am letzten Sonntag, als der Weg unvermittelt in einer Treppe endete. Eine Treppe aus Naturboden, die Treppenkanten waren junge Baumstämme, insgesamt waren es so ca. 20 – 25 „Stufen“. Bravourös meisterten unsere Pferde dieses ungewohnte Hindernis.


Ach ja, dann gab es auch noch ein Gespräch mit Nick, aber dazu mehr im nächsten Blogeintrag.........